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Zusammenfassung
In vielen Staaten wird die Pflege älterer Menschen in privaten Haushalten von Haushaltshilfen aus dem Ausland übernommen. Diese Art der Pflege wird oft als „24-Stunden-Pflege“ oder „Live-in-Pflege“ bezeichnet. Live-in-Pflegekräfte sind bezahlte Pflegekräfte, die oft mehrere Wochen oder Monate am Stück Langzeit¬pflege leisten, und dabei im privaten Haushalt der gepflegten Person wohnen. Während der Begriff der Pflegekräfte Personen ohne pflegerische Ausbildung sowie Pflegefachkräfte beinhaltet, handelt es sich im Kontext der Live-In-Pflege überwie¬gend um Personen, die keine pflegerische Ausbildung haben. Da diese Arrangements oft informell und irregulär sind, gibt es keine verlässlichen offiziellen Statistiken. Schätzungen gehen davon aus, dass europaweit zwischen einer und zwei Millionen Menschen – überwiegend Frauen – in diesem Sektor arbeiten. Durch die Zunahme der alternden Bevölkerung ist in den kommenden Jahren grundsätzlich mit einem Anstieg des Pflegebedarfs zu rechnen. Prognosen zufolge wird die Zahl der über 50-Jährigen, die Langzeitpflege benötigen, bis 2070 im Vergleich zum Jahr 2020 um etwa 21 % steigen, womit die Bedeutung von Live-in-Pflegekräften weiter steigen wird.
Im Zusammenspiel von Wohlfahrts-, Geschlechter-, Migrations- und Arbeitsmarkt-regimen fehlt es bei Live-in-Pflegekräften oft an angemessener sozialer Absicherung sowohl für sich selbst als auch für ihre Familien. Zudem werden sie oft unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns bezahlt. In den Staaten, in denen die Pflege stattfindet („Empfängerstaaten“) unterscheidet sich die Situation der Pflegekräfte je nachdem, ob sie aus einem anderen EU-Mitgliedstaat oder aus einem Drittland stammen, da jeweils unterschiedliche Vorschriften gelten.
Aus familienpolitischer Perspektive ist ein zentraler Aspekt, dass Live-in-Pflegekräfte oft eigene Familienangehörige in den Herkunftsstaaten haben. Viele haben minder-jährige Kinder oder ältere Angehörige, die Pflege benötigen, um die sie sich jedoch während ihrer Arbeit im Ausland nicht kümmern können. Umgekehrt kann der Bedarf an Pflege und medizinischer Versorgung von Angehörigen sogar ein Grund dafür sein, als Pflegekraft in Staaten mit höherem Einkommen zu arbeiten. Für Familien in den „Empfängerstaaten“ wiederum ist das Zurückgreifen auf ausländi¬sche Pflegekräfte, die im eigenen Haushalt wohnen oft eine dringend benötigte Option für die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen.
Insgesamt sind diese Pflege-Arrangements jedoch nicht nur für die Pflegekräfte, sondern auch für die Pflegebedürftigen und deren Familien, mit einem hohen Maß an Unsicherheit und Vulnerabilität verbunden.
Vor diesem Hintergrund betrachtet dieser Policy Brief die Live-in-Pflege sowohl aus der Perspektive der Familien der Pflegekräfte als auch der Familien mit pflegebe¬dürftigen Angehörigen. Er bestreitet nicht die grundsätzliche Legitimität von Live-in-Pflege als ein Element im Bereich der Pflege. Stattdessen fordert er jedoch eine umfassende Rahmung, die ethisch fundierte politische Maßnahmen beinhaltet, die sowohl den Pflegekräften und ihren Familien in den Herkunftsländern als auch den älteren Menschen und ihren Familien in den Aufnahmeländern gerecht werden. In diesem Sinne zeigt der Policy Brief einige Vorschläge auf, die die nationale und euro¬päische politische Debatte zu dem Thema um die Einbeziehung einer familienbezo¬genen Perspektive bereichern.
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This policy brief in other languages
Swedish version of Policy Brief: Challenges and needs of migrant Live-In / 24h care workers and their families
Dutch version of Policy Brief: Challenges and needs of migrant Live-In / 24h care workers and their families
Policy Brief: Challenges and needs of migrant Live-In / 24h care workers and their families
Country Reports on 24-hour care / live-in care (only available in English)
The policy brief is accompanied by a separated overview, which showcases some country-specific insights on the topic.
While the TraFaDy policy brief on 24h / Live-in Care work outlines general challenges and recommendations related to live-in care workers in Europe, circumstances and regulations differ across countries. This applies both to “receiving” countries (such as Italy, Germany, and Austria) and to “sending” countries (such as Bulgaria, Slovakia, Hungary, and Poland, as well as non-EU third countries (e.g. Georgia, Ukraine). To showcase these differences, some country-specific insights are presented in the following overview. The countries presented here are:
- Austria (Ursula Trummer)
- Estonia (Anastassia Zabrodskaja)
- Georgia (Lela Goginava)
- Germany (Ute Karl, Sven Iversen)
- Slovakia (Martina Wilsch)
- Turkey (Esra Demirkol Colosio)
TraFaDy Policy Brief: LiveIns / 24h care workers April: Country Reports April 26
BACKGROUND OF THE DOCUMENTS
This policy brief is the outcome of several meetings and discussions with researchers and members from all working groups. Major cornerstones of the policy brief are the presentations and discussions in three online meetings, that focused on specific country examples. Additionally the policy was discussed in the TraFaDy meeting on ‘Policy and impact – Effective policies supporting transnational families” in March 2026 in Budapest.
The following TraFaDy members have contributed:
| – Heliona Bellani (Miço) – Attila Böhm – Eglantina Dervishi – Sven Iversen | – Maria Izzo – Ute Karl – Anne Carolina Ramos – Tanja Schroot | – Ursula Trummer – Martina Wilsch – Anastasia Zabrodskaja |
Country reports: Esra Demirkol Colosio (TR), Lela Goginava (GE), Sven Iversen & Ute Karl (GER), Ursula Trummer (A) Martina Wilsch (SK), Anastasia Zabrodskaja (EE)
Country examples discussed in meetings: Austria (Ursula Trummer, July 2025), Italy (Tanja Schroot, November 2025), Slovakia (Martina Wilsch, February 2026) and Albania (Elona Dhëmbo, February 2026).
Contact
Coordination: Sven Iversen, TraFaDy Vice Chair
Contact: Sven@trafady.eu
